Info Abend der Bürgerbewegung „Rettet den Alpsee“

Am 16. September fand im Pfarrheim fand der Info Abend der Bürgerbewegung „Rettet den Alpsee“ statt. Ich habe nun eine Woche gebraucht um mich zu beruhigen, damit ich einen weiteren Blog-Beitrag schreiben konnte. Um es kurz zu machen- ich war dabei und bin kopfschüttelnd mit dickem Hals nach Hause gegangen.

Aber erst mal der Reihe nach: Begonnen hat alles mit einer an mich weitergeleiteten Mail mit folgendem Inhalt:

„….Das Thema wird der Text und die Begründung zum Bürgerbegehren sein. Das Format wird so sein, dass zu jedem der Punkte eine kurze Einführung gegeben wird. Danach wird der Punkt diskutiert.
…………. Da das Bürgerbegehren sich insgesamt gegen eine Bebauung richten wird, ist nicht beabsichtigt Fragen zu behandeln, die sich ergeben würden, wenn gebaut werden sollte. 

Ausgenommen von dieser Regel ist der Punkt Preisfindung. Es soll dargelegt werden, warum die Stadt nach unserer Meinung verpflichtet ist bei Veräußerung von öffentlichem Besitz den Weg einer Ausschreibung zu gehen. ….“

Sie haben richtig gelesen – Fragen bzw. eine Diskussion sind nicht erwünscht zu Themen die sich ergeben würden, wenn gebaut werden sollte, also ein Maulkorberlass. Da ich mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg halte, lasse ich ich mir so etwas natürlich nicht bieten.

Bei der Veranstaltung waren ca. 150 Interessierte anwesend. Es stellte sich sehr schnell heraus, dass sich Befürworter und Gegner die Waage hielten.

Zum Einstieg wurde unter dem nachhallenden Ton einer Klangschale eine Bilderschau des Alpsees aus allen möglichen Perspektiven gezeigt. (Themeneinstieg, wie es alle guten Grundschullehrer praktizieren). Danach hat Fr.  Greve mit salbungsvoller Stimme erklärt, warum und weshalb man gegen ein mögliche Bebauung am Alpsee ist. Ich konnnte für mich kein einziges überzeugendes Argument heraushören. Die Wiese, jetzt nicht mehr das Filetstück, sondern die „Perle“ des Alpsee wird seit Jahren intensiv landwirtschaftlich genutzt und hat bis vor 3 Monaten keinen Menschen interessiert. Jetzt auf einmal wird sie zum letzten Refugium des freien Alpsees stilisiert.

Im weiteren Verlauf ihres Vortrages wurde uns erklärt, dass sich aus der Bürgerbewegung ein Verein gegründet hat, mit dem neuen Namen. „Verein zum Schutz der Landschaft“, oder so ähnlich. Hauptanliegen des Vereins ist die Verhinderung des Landschaftsverbrauchs durch Baumaßnahmen. Einige Vereinsmitglieder wurden uns vorgestellt, die auch die weiteren Redner des Abends waren: Frau Greve, Herr Dr. Grebenstein, Herr Dr. Molt, Herr Bechter und Fr. Hartmannsberger.

Die wahren Beweggründe der einzelnen Mitglieder blieben mir aber verwehrt, ist doch zum Beispiel Frau Hartmannsberger eng verwandt mit dem Erbauer des C+C Logistikzentrums in Blaichach. Hier wurden mehr als 9.400 m² freie Fläche durch den Neubau zubetoniert. Mit dieser Tatsache konfrontiert, entgegnete Frau Hartmannsberger dass die wirtschaftlichen Interessen der Familie den Flächenverbrauch rechtfertigen. Armin Bechter fühlt sich alss Landwirt von der Stadt über den Tisch gezogen, da ihm angeblich nur 10 € für seine besten Wiesen für den Straßenneubau geboten wurden. Tatsächlich liegt das aktuelle Angebot der Stadt aber bei über 35 €. Zusätzlich erhält der Landwirt Ausgleichsflächen für die verkauften Flächen und seine landwirtschaftlichen Flächen werden Bauland. Hier scheint wohl jemand mit aller Gewalt einen höheren Preis für sein Land erzielen zu wollen. Dr. Molt stellte in seinem philosphischen Beitrag klar, dass die Stadt die aufgelaufenen Schulden niemals tilgen werde und forderte stattdessen einen kommunalen Finanzausgleich. Da er sich als Freidenker fühlte, erklärte er, warum dieses Grundstück seiner Meinung nach nicht geeignet ist und schlug als besseren Standort für ein Hotel 3 alternative Grundstücke vor: Das SCAI-Gelände, die Halbinsel des Landwirtes Hierl oder das Gelände des Kurparks hinter den Fischerhäusern. Alle Grundstücke liegen definitiv im Außenbereich, sogar teilweise in Landschaftschutzgebieten. Wie passt das wohl mit den Grundsätzen des Vereins zusammen. Und da ist ja noch Dr. Grebenstein, der alle Maßnahmen und juristischen Vorgaben der Stadt als temporär bezeichnet und je nach Gusto und Anforderungen geändert werden kann. Er tritt jetzt vehement für den Neubau des KJF-Hotels ein. Wie der geplante Neubau des KJF-Hotels vorgestellt wurde, war es eben dieser Herr Dr. Grebenstein, der alle Stadträte und Parteien mit ellenlangen Briefen bombardierte, um zu verhindern, dass dieses Hotel gebaut wird. Ich frage mich, woher dieser Sinneswandel herrührt. Er fußt wohl auf der Tatsache, dass der Hotel Neubau durch die katholische Jugendfürsorge, entgegen der früheren Aussagen, nun sowohl einen Investor und einen Betreiber sucht. Und das ist wahrscheinlich ein Ding der Unmöglichkeit. Herr Dr. Grebenstein tut sich leicht darin, für ein nicht realisierbares Hotel zu plädieren, somit ist er ja „natürlich“ für den Tourismus.

Die Vorträge insgesamt waren widersprüchlich, eine klare Linie konnte ich nicht feststellen. Tatsachen wurden verdreht, Zitate waren unvollständig, Bezüge auf Leitbilder der Stadtwurden nicht komplett dargestellt. Einmal wurde das Grundstück als städtische Perle, dann wieder als unbrauchbar gekennzeichnet.

Aber jeder Vortrag wurde von den Vereinsaktivisten inklusive der Vorkatscher frenetisch gefeiert. Mit dieser verfremdeten Darstellung und Ansicht lassen sich bestimmt viele Städtler blenden. Schade eigentlich.

Und nun zur angekündigten Diskussion. Jedem Redner wurden 2 Minuten Redezeit eingeräumt. Die anwesenden Stadträte aller Fraktionen versuchten mit ihren Redebeiträgen die Verfälschungen richtig zu stellen und den Standpunkt des Stadtrates auf zu zeigen. Nicht umsonst hat sich der Stadtrat mit 20:2 Stimmen für den Bau des Alpsee Natur- und Aktiv Hotels ausgesprochen. Die Vertreter(innen) des Tourismusvereins Immenstadt konfrontierten die Redner mit früheren Aussagen und noch bestehenden kontroversen Einträgen in entsprechenden Webseiten. Es half alles nichts, die Vereinsmitglieder blieben stur und waren zu keinem Zugeständnis bereit. Fragen der Stadträte und anderer Diskussionsteilnehmer an die Vereinsmitglieder wurden meistens gar nicht beantwortet. Gegenargumente wurden als nicht angemessen zurückgewiesen. Die abschließende Diskussion wurde begleitet durch Zwischenrufe unzufriedener und frustrierter Gäste des Abends. Einige Teilnehmer verließen sogar mit dem Ausruf „Kasperltheater“ frühzeitig die Veranstaltung.  Argumente zur Notwendigkeit der Umgehungsstraße wurden als Totschlagargumente abgewiesen.

Diskussionskultur as it’s best!

Abschließend möchte ich feststellen: Das grundsätzliche Vereinsinteresse, die Verhinderung des Landschaftsverbrauchs, ist bestimmt ein hehres Ziel. Ich habe aber den Eindruck, dass dieses Ziel nur vorgeschoben ist. Ursächlich geht es darum,dass die Gegner einfach gegen alles sind, was ihre Ruhe in ihrem Alterssitz in Bühl nur irgendwie stören kann. Eine Rückführung zu alten Zeiten ist gar nicht möglich. Wenn es möglich wäre, würden die meisten Mitglieder dieses Vereins gar nicht in Bühl wohnen. Sie haben auch vom Flächenverbrauch ihrer Neubauten profitiert.

Also mein Aufruf: Bitte informieren Sie sich umfassend, es gibt dafür die verschiedensten Plattformen, bevor Sie Ihren Namen unter das Bürgerbegehren setzen. Lassen Sie sich nicht einseitig blenden!!!

 

 

9 Kommentare zu Info Abend der Bürgerbewegung „Rettet den Alpsee“

  • D. Eckhardt

    Hallo Herr Kraus,
    hier mein Beifall für diesen gelungenen Kommentar. Es ist nur schade, das man das nicht in der Zeitung lesen kann. Die „Retter des Alpsee“ oder neuerdings „Verein zum Schutz der Landschaft“ sind meilenweit vom Naturschutz entfernt, sondern nur Giftstreuer innerhalb der Bürgerschaft. Ihre Anführungen in Bezug auf Fr. Hartmannsberger sprechen mir aus dem Herzen. Da wird mit zweierlei Zungen gesprochen. „Heiliger St. Florian, verschon mein Haus, ich zünd‘ andere an“. (leicht abgewandelt).
    Freundliche Grüße D. Eckhardt

  • Siegfried Wegmann

    Ich kann dem vorstehenden Kommentar nur voll und ganz beipflichten. Ich habe als erster die für mich unerträgliche „Info-Veranstaltung“ kommentarlos verlassen. Die Veranstaltung war nur darauf ausgerichtet, gegen das Hotelprojekt gerichtete Beiträge zuzulassen. Das Vorgehen der Hotelgegner, oder vielleicht besser gesagt des „Wir sind gegen alles Vereines“ ist beschämend und gegenüber der Stadt und seinen Bürgern verantwortungslos.
    Bezeichnend war, dass sich die ‚Gegner im Hofgarten keiner Diskussion stellten, wohl wissend, dass ihre Argumente von allen Verantwortlichen sachlich und fachlich widerlegt worden wären. Also war es sinnvoller, sich die eigene destruktive Meinung von Gleichgesinnten mit Applaus bestätigen zu lassen, in der Hoffnung bzw. in der Absicht Unentschlossene für die eigene Meinung zu gewinnen.

  • thomas müller

    1. Wir leben, wie Sie ja wissen, in einem freien Land. Jeder Mensch hier hat das REcht auf FREIE Meinungsäusserung.
    Das gilt natürlich auch für die Gegner des Chalet-hotels. Die haben angekündigt (und dann auch durchgezogen),
    eine Infoveranstaltung GEGEN den Bau des Hotels abzuhalten. Dass man dort mit „Chalet-Hotel-kritisierenden“
    Meinungen konfrontiert wird, ist klar – oder?!
    Hinzugehen um dann über die „Anti-Chalet“ Fraktion zu mosern scheint mir wie, zum Beispiel, zur Darmspiegelung
    zu gehen und dann über einen „Schlauch im Hintern“ zu jammern.
    2. Auch die Befürworter des Hotelprojekts haben Veranstaltungen „Pro-Chalet“ abgehalten – völlig O.K. oder?
    3. Die Vehemenz der Befürworter FÜR das Projekt stimmt mich ein wenig nachdenklich. Als ob deren Leben davon
    abhinge. Wie in 1. erwähnt: Die einen mögens, die andern nicht. (ist wie bei Schokoeis…..)
    Wenn die „Pro-Chalet“ Leute bei Bau des Hotels je 10000 € bekämen……würde ichs ja verstehen….
    4. Warum warten Sie alle nicht ein mögliches Bürgerbegehren ab – das wäre dann Demokratie in Reinkultur?
    5. Was soll der zynisch/ironische Unterton in der Beschreibung der obigen Veranstaltung? Die Gegner lächerlich
    machen zeugt nicht gerade von Stärke – und wenn das Hotelprojekt allumfassend „super“ wäre….bräuchte man
    keine Ironie und keinen Zynismus. (und dass Frau Greve Lehrerin war heisst immerhin, dass Sie ein gewisses Mass
    an Bildung erworben hat – was sind/waren Sie?)
    6. Zeigen Sie Grösse, lassen Sie meinen Post zu (ich habe allerdings den Verdacht, dass das Gegenteil geschieht…)
    7. Soweit ich weiss, machen überwiegend Familien in Immenstadt Urlaub – wäre da nicht ein Projekt FÜR Familien
    geeigneter (wie die Sommerrodelbahn)? Schliesslich haben die „High-Roller-Touristen“ ja noch Oberstdorf und
    Oberstaufen – deren Namen klingt einfach länger und besser in deren Ohren.
    8. Meine Sie wirklich, die 80.000 € jährlich würden den Stadthaushalt sanieren können; ernsthaft?

    • Richard Kraus

      Hallo Herr Müller,
      Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich freue mich, dass sich auch mal ein Gegner zu diesem Thema äussert.
      1. Ich werde Ihren Kommentar auf keinen Fall löschen, auch ich bin ein Verfechter von Demokratie und Meinungsfreiheit. Zensiert bzw.gelöscht werden Beiträge in denen Beleidigungen, Aufforderungen zu Gewalt etc. enthalten sind. Das fordert die Gesetzgebung von mir.
      2. Meine Schulbildung, auch wenn sie schon eine gewisse Zeit vorbei ist (ich bin ein Kind der 60er Jahre), hat mir doch den Zugang zu Universitäten ermöglicht
      3. Mit etwas Ironie lässt sich manche Diskussion anstossen. Ich habe das Gefühl, dass man heuzutage alles nur noch politisch korrekt ausdrückken darf. Mit anderen Worten: Viel Reden aber nichts Aussagen. Und das ist nicht mein Stil.
      4. Ich will auf dieser Plattform die Diskussion vorantreiben und hoffe, dass sich sowohl die Befürworter wie auch die Gegner mit ihren Standpunkten äußern. Wenn ich es hier schaffe, dass sich der eine oder andere unentschlossene Städtler eine eigene Meinung bildet, und zum Bürgerentscheid geht und nicht daheim bleibt hat sich der Aufwand gelohnt.
      5. 80.000 € sind bei der Finanzsituation der Stadt keine Peanuts und sind auf Jahre mehr, als Bosch zahlen wird. „Kleinvieh“ macht auch Mist.
      6. Dieses Hotel ist für Familien ausgelegt. Für finanzkräftigere Familien, die im Urlaub nicht unbedingt nicht jeden Cent umdrehen müssen um Spass und Erholung verbunden mit etwas Luxus und Ambiente kobinieren wollen. Und so etwas haben wir in Immenstadt nicht.
      7. Wenn ich 10.000 € für meine Meinung zum Hotel bekommen würde, aber Hallo, ist aber nicht so. Beruflich werde ich auch keinen Vorteil aus diesem Hotel ziehen können.
      8. Ich will einfach nur ein klein bißchen gesteigertes Gästeniveau in Bühl. Und nicht nur die Tagestouristen, die dann mittags schnell zum Auto zurücklaufen um ihr mitgebrachtes Öttinger Bier zur mitgebrachten Wurststulle aus dem Kofferraum essen und sich gleichzeitig darüber aufregen, wie teuer Parken am Alpsee ist, obwohl sie zuhause das dreifache beim Parken zahlen.

  • Arndt Botzenhardt

    Sehr geehrter Herr Kraus,
    auch ich besuchte die Veranstaltung im Pfarrheim. Meine Wahrnehmung war eine Andere.
    1. Zugegeben, die Argumentation der Veranstalter war häugig sehr emotional. Dies ist ihnen jedoch nicht zu Vorwurf zu machen. Es sind Bürger dieser Stadt, die aufgrund der vorgelegten Pläne Ängste und Bedenken haben. Dies darf diesen nicht verwehrt werden.
    2. Die Befürworter des Hotelprojekts hatten ausreichend Platz Fragen zu stellen. Diesen Platz wurde nicht genutzt, es wurden kaum Fragen gestellt. Allerdings verwendeten die „Gegner“ der Veranstalter die Veranstaltung sehr geschickt, um ihre eigenen Statements in epischer Breite abzusetzen unter dem Jubel der Hotelbefürworter. Es wurden weder Zeitvorgaben noch Themensortierung aktzeptiert.
    3. Die persönliche Difamierung von Frau Hartmannsberger aufgrund des Industriebaus der Firma C+C auf Blaichacher Grund war unpassend:
    Frau Hartmannsberger ist zwar mit dem Eigentümer von C+C in direkter Linie verwandt, dennoch rechtfertigt dies nicht, ihr die Urteilsfähigkeit abzusprechen. Diese Form der Kollektivhaftung, bei der Familienmitglieder für die Taten ihrer Angehörigen einstehen müssen, wird in Deutschland heute als rechtswidrig eingestuft.
    Relevant ist Sippenhaft, außer in Immenstadt, nur noch in wenigen Ländern mit einem anderen Demokratieverständnis, die z.B. Nordkorea oder der russischen Föderation.
    Arndt Botzenhardt

  • Dieter Eckhardt

    Geehrter Herr Botzenhardt,
    als Demokratieverständnis sehe auch ich das Recht von zweierlei Betrachtungsweisen bei bestehenden und geplanten Bauvorhaben. Doch sehen viele Bürger der Stadt mit welcher Verbissenheit gegen das geplante Hotel mit allen Mitteln gekämpft wird. Aber in diesem Zusammenhang die Immenstädter in einem Zuge mit Nordkorea und der russischen Förderation mit der Duldung der Sippenhaft in Verbindung zu bringen schlägt dem Fass den Boden aus. Niemand will in diese unsägliche Vergangenheit zurückkehren, besonders nicht besonnene und verantwortungsvolle „Städtler“. Ihre Aussage ist eine Diffamierung für jeden Immenstädter. In diesem Sinne…nix für unguad…
    D. Eckhardt

  • Gabi Greve

    Eine Möglichkeit, sich weiter zu informieren:

    „quer“, Bayerisches Fernsehen, Donnerstag, 23.10.2014, 20.15 Uhr

    Freundliche Grüße

    Gabi Greve

  • Gabi Greve

    Vielleicht auch interessant:

    http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/capriccio/capriccio-210.html

    freundliche Grüße

    Gabi Greve

  • Siegfried Wegmann

    Habe mir die Sendung, nach allem was voranging, schlimmer vorgestellt. Die Sendung war von geringem, der Wahrheit entsprechendem Informationsgehalt, sie war, gelinde gesagt, amüsant. Mir wurde bestätigt, was ich als Trieblingser mit Immenstädter Migrationshintergrund schon immer wusste: „Die besten Ideen kamen beim Blick auf`s Wasser auch bei mir immer von ganz allein.“ Endlich wird das verschlafene Immenstadt und Bühl mondän. Dass der „letzte Bühler Bauer“ seine Existenz durch eine Straße verliert, die, wie wir alle wissen, gar nicht gebaut werden muss, bringt einmal mehr eine große Unwissenheit zum Ausdruck und dient auch hier dem Ziel, Gegner zu emotionalisieren. Eine bewusste Falschinformation will ich nicht unterstellen, auch wenn der Verdacht nahe liegt. Und weil die Straße gegen den Willen des Grundeigners nicht gebaut werden kann wird er gar „ausgerottet.“ Dies ist eine grenzwertige, wenn nicht gar bösartige Aussage, die einzig und allen der Verunglimpfung dient. Auch eine trostlos dargestellte Riedersteige, vor Jahrzehnten gebaut, mit einem fünf Sterne-Hotel zu vergleichen dient einzig und allen als Manipulation. Wenigstens wird am Standort ein Hotel gewünscht, das Familien mit Kindern aufnehmen soll. Erwünscht sind Touristen, die das Allgäu und seine Leute lieben (andere kommen eh nicht) und neben Wandern den urtümlichen Allgäuer, nach Möglichkeit mit Kropf und Lederhose, betrachten wollen. Wenigstens wurde der idyllische See mit viel Schilf gezeigt, um dem schneearmen und schattigen Bühl doch noch touristisch auf die Sprünge zu helfen, auch wenn zuvor dem Image der Stadt einmal mehr ein Bärendienst erwiesen wurde.